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Die Vorbereitungen für den Landesfeuerwehrtag laufen auf vollen Touren. So auch bei uns! Unter dem Motto "Die Vielfalt der Feuerwehrmusik" findet am Samstagabend des 21. Juni 2008 im Konzerthaus in Ravensburg das Serenadenkonzert mit Musikerinnen und Musikern aus allen Teilen Baden-Württembergs statt.
Und wer sind diese Musiker? Jungs und Mädels, Damen und Herren, Ältere und Jüngere, junggebliebene und alteingesessene Musiker aus den verschiedenen Spielmanns- und Fanfarenzügen des Landesfeuerwehrverbandes. Allesamt sind Sie keine Profimusiker und doch wollen Sie sich der Herausforderung stellen und das Serenadenkonzert mit Leben erfüllen.
Aus diesem Grund haben wir uns in der Woche nach Ostern an der Landesfeuerwehrschule getroffen. Ohne große Worte, dafür mit "Pauken und Trompeten" brachte uns unser Landesausbildungsleiter Thorsten Miller schon bei der Begrüßung zum Schweigen, Lauschen und vor allem zum Staunen. Durch die musikalische Eröffnung aus der "CD-Box" war jedem sofort klar, was wir in dieser Woche erreichen sollten. Es galt acht Musikstücke einzustudieren. Ob festliche Fanfarenklänge, Sambarhythmen, Rock'n Roll, Walzertakte, ein Ausflug in die Highlands oder zu den Karawanen des Kalifen - bei diesem Repertoire war für jeden Geschmack etwas dabei. Harte Arbeit lag vor uns und der Kommentar zu so manch erstaunten Gesicht: "Ja moinsch Du bisch zum Spaß do...?"
Mit vollem Elan stürzten wir uns in die Register-Proben. Bei den Sopran-Flöten träumte so manch einer schon nach den ersten Stunden von des Kalifen schönster Prinzessin im zarten Schleier, auch wenn diese zu Anfang eher als Bauernmädel im plumpen Kleid zu erkennen war. Die "Alten" und die "Tenöre" hatten außerdem mit der Karawane des Kalifen zu kämpfen. Entweder sind die Kamele davon galoppiert oder sie sind durch die Wüste gehumpelt. Das Schlagwerk-Register machte gleich zu Beginn die bittere Erfahrung, dass zwölf Notenblätter nicht auf einen Notenständer passen und mit den Instrumenten in der Hand schlecht umzublättern ist. An dieser Stelle ein besonderer Dank an Bezirksstabführer Michael Schiessel. Er hat, nach einem kurzen Anruf, über Nacht die Noten für das Schlagwerk in die passende Form gezaubert. Bei den Fanfaren war schon am zweiten Morgen etwas die Luft raus. Alle fieberten der "Ansatz-Suppe" entgegen, in der Hoffnung, dass danach der Ruf auch wieder festlich klingt. Bei der ersten Gesamt-Probe musste unser Dirigent Klaus Blank all seine Geduld aufbringen, denn nicht immer und jeder schien zu wissen, was "a Viertele" und "a Achtele" ist. "Willi - the Gong" musste feststellen, dass es nicht einfach ist, den richtigen Ton an der vorgesehenen Stelle zu platzieren und in gewissen Momenten fragte sich Klaus: "Und wer war jetzt die Pfeife?". Und am Ende ließen die "Alten", zum Erschrecken aller, den Kalifen in der Wüste verdursten.
So manches Mal gab es auch gewisse Verständigungsprobleme. Schwäbisch ist nicht gleich badisch und was bei den einen "da capo" heißt, nennen die anderen "al forno". Aber wie ja jeder weiß: "Wir können alles, außer Hochdeutsch!" und somit war dieses kleine Problem bald gelöst. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten ließen wir uns nicht beirren. Auch in den folgenden Tagen, waren unsere musikalischen Klänge, zwischen dem Motorenlärm der Drehleitern, auf dem ganzen Gelände der Landesfeuerwehrschule zu vernehmen. Ob die Drehleitern am Ende im Walzertakt getanzt haben, konnten wir leider nicht feststellen!?
Natürlich darf die Kameradschaft nicht zu kurz kommen, denn schließlich waren wir ja doch auch noch ein bisschen zum Spaß da. Am Mittwochabend gab es in der voll besetzten Schulwirtschaft zur Belustigung aller ein kleines Spiel: Gesucht wurde Mister, bzw. Misses Lehrgang 2008! Ganz klar, beweisen mussten sich unsere Ausbilder Klaus Blank, Martin Bertrandt, Bettina Missale, Karl-Heinz Berstecher, Frank Ratter und unser Chef Thorsten Miller. Dabei stellten wir fest, dass Thorsten gewisse unsensible Körperteile hat, wie lang eine Zeitung werden kann, dass Hahnenwasser nur der wirklich trinkt, dem nichts Besseres einfällt und vor allem dass der Gang frei bleiben muss!! Am Ende hat unser Thorsten trotz seiner unsensiblen Seite alle geschlagen und wurde zum Mister Lehrgang 2008 mit einem "aufgehenden Licht" gekrönt. Zum Erstaunen der Kameraden der "Drehleitern" und "Truppführer", was bei uns Musikern alles so üblich ist, hat eine kleine Gruppe von Musikern "The Lions sleeps tonight" zum Besten gegeben. Da kam richtig Stimmung auf. Hierzu ist noch anzumerken, dass es noch lange nicht heißt, dass wenn der Löwe nachts schläft gleiches auch für alle Musiker gilt.
Ein herzliches Dankeschön gibt es für unsere Ausbilder, die hart mit uns gekämpft und gearbeitet haben. Dank der Geduld unserer Ausbilder haben wir es in diesen vier Tagen ganz schön weit gebracht. Am Ende ist die Karawane nicht mehr gehumpelt, der Kalif ist nicht mehr in der Wüste verdurstet und hat mit seiner schönen Prinzessin Walzer getanzt. Der Samba ist in den Highlands eingezogen und der schwarz-gelbe Rock klang ganz festlich. The Last - but not the least - fehlt nur noch unsere gemeinsame Probe mit dem Musikzug Freiburg, um das Programm abzurunden. Also vergesst mir das Üben und vor allem unsere Probe am 07. Juni nicht!!!
Und an alle, die jetzt vielleicht neugierig geworden sind, den Kalifen und seine bezaubernde Prinzessin und all die anderen musikalischen Highlights erleben zu wollen, sind herzlich eingeladen zum Serenadenkonzert. Am 21. Juni um 21 Uhr gilt es die "Vielfalt der Feuerwehrmusik" im Konzerthaus in Ravensburg zu entdecken.
Ravensburg wir kommen! Ihr auch?
Petra Lenhart |