Tipps zur Handhabung von Akkus
07.01.2026Die Weihnachtszeit ist vorüber. In den vergangenen Tagen und Wochen wurden zahlreiche Geräte verschenkt, die auf Strom angewiesen sind. Mobile Geräte verwenden Batterien oder Akkus für die Energieversorgung. Diese sind teilweise austauschbar und teilweise fest verbaut.
Batterien und Akkus sind längst ein fester Bestandteil der in Haushalten und Betrieben befindlichen Geräte. Dabei finden sich Akkus und Batterien in unterschiedlichen Größen, Gebinden und mit unterschiedlicher Leistungsfähigkeit. Von der Knopfzelle einer Fernbedienung, einer Hörgerätebatterie, Kfz-Batterien (Starterbatterien) bis hin zu den Akkus der Photovoltaikanlagen oder Batterien von E-Fahrzeugen ist mittlerweile alles in Haushalten zu finden. In Betrieben finden sich oft ähnliche Größen, jedoch häufig andere Gebindemengen oder Leistungsgrößen.
Neben den Umweltaspekten, die Batterien und Akkus mit sich bringen, sind auch die Gefahren, die von Akkus ausgehen, nicht zu vernachlässigen. Akkus werden in der Regel beim Laden der höchsten Belastung ausgesetzt. Dies macht sich insbesondere durch deren Erwärmung beim Ladevorgang bemerkbar. Je nach chemischer Zusammensetzung reagieren Batterien und Akkus unterschiedlich. Dies gilt sowohl für den normalen Betrieb und das Aufladen als auch für das Verhalten im Beschädigungsfall.
Grundsätzlich sind Batterien und Akkus sicher. Angesichts der Menge der batterie- und akkubetriebenen Geräten in den Haushalten und Betrieben ist die Anzahl der Schadensfälle vergleichsweise gering. Dennoch gilt ein Augenmerk dem Umgang mit den Energieträgern.
Gerade Systeme mit höherer Leistungsfähigkeit (z. B. Lithium-Ionen-Akkus) erzeugen bei Beschädigung mitunter eine heftige Reaktion, die sich nicht mehr ohne Weiteres stoppen lässt.
Diese Eigenschaft führt auch immer wieder zu Bränden in Entsorgungsfahrzeugen oder innerhalb der Entsorgungsbetriebe, da Akkus im Rahmen des Verwertungsprozesses beschädigt werden und sich dann selbst entzünden. Das Entsorgungsunternehmen teilte mit, dass täglich rund 30 Brände in Entsorgungsbetrieben deutschlandweit entstehen. Der Großteil dieser Brände wird durch nicht ordnungsgemäß entsorgte Akkus verursacht.
Wir geben nachfolgend einige einfache Tipps zum sicheren Umgang mit üblichen Haushaltsbatterien:
- Prüfen Sie Batterien vor dem Gebrauch auf Unversehrtheit. Nur unbeschädigte Systeme sind sicher verwendbar. Falls Sie während des Ladevorgangs oder dem Gebrauch Veränderungen feststellen (z. B. Verformung, übermäßige Wärmeentwicklung, Ausgasung), nehmen Sie das Gerät bzw. den Akku außer Betrieb und bringen Sie ihn aus dem Gebäude.
- Halten Sie sich an die Vorgaben des Herstellers. Auch wenn in der Betriebsanleitung fast immer dasselbe steht – ein Blick hinein ist nicht verkehrt.
- Wenn Batterien ausgelaufen sind, verwenden Sie Handschuhe, um sich vor den Flüssigkeiten zu schützen. Achten Sie darauf, die Flüssigkeiten nicht in Mund, Nase oder Augen zu bekommen. Bei saisonal bzw. vorübergehend betriebenen Geräten ist es empfehlenswert, die Batterien aus dem Batteriefach zu entnehmen, wenn die Geräte nicht verwendet werden.
- Sind die Batterien nicht entnehmbar, sollte regelmäßig der Ladestand des Akkus geprüft und ggf. nachgeladen werden. Bei den meisten Akkus bleibt die Leistungsfähigkeit bei einer Ladung zwischen 20 % und 80 % am besten erhalten. Regelmäßiges Prüfen und Laden schützt daher nicht nur vor schädlicher Tiefentladung, sondern erhält auch die Leistungsfähigkeit, wobei ein voll geladener Akku nicht gelagert werden sollte, sondern nur Akkus mit Ladewerten zwischen 20 % und 80 %.
- Für die Nutzung von Batterien gibt es herstellerspezifische Angaben zu den Temperaturen, denen die Batterien ausgesetzt sein dürfen. Vermeiden Sie sowohl Kälte als auch Hitze. Setzen Sie Batterien nicht direkter Sonneneinstrahlung aus. Bei Kälte können Sie tragbare Geräte nah am Körper tragen, um eine Unterkühlung der Akkus zu vermeiden.
- Beim Laden fest installierter Akkus (z. B. Handy, Tablet, Laptop) sollte das Gerät nicht abgedeckt werden, um die Wärmeabfuhr nicht zu beeinträchtigen.
- Das Laden von Akkus sollte unter Beobachtung erfolgen – also nicht während des Schlafens oder bei Abwesenheit.
- Achten Sie beim Kauf von Batterien, Akkus oder Endgeräten mit fest verbauten Akkus auf die Sicherheit. Auch bei namhaften Herstellern gibt es Produktfehler, jedoch sind die Qualitätsstandards oft besser als bei NoName-Artikeln.
- Falls ein batteriebetriebenes Gerät einmal heruntergefallen ist, sollte die nächste Aufladung evtl. an einem unkritischen Ort (z. B. im Außenbereich) und unter Beobachtung erfolgen. Falls das Gerät beschädigt wurde, sollte eine Aufladung unterbleiben, bis eine Reparatur erfolgt ist. Bei starker Beschädigung (Verformung, Eintritt von Gegenständen in das Gerät oder sogar in den Akku) sollte das Gerät nicht mehr das Haus mitgenommen, sondern nur noch an einem Ort im Außenbereich (nicht direkt an der Fassade) gelagert werden.
- Öffnen Sie Akkus und Batterien nicht.
- Batterien und Akkus gehören nicht in den Hausmüll. Batterien und Akkus müssen gesondert entsorgt werden. In der Regel können alte Batterien auf Recyclinghöfen oder bei Einzelhändlern, die Batterien verkaufen, kostenlos abgegeben werden.
- Bei Lithium-Ionen-Akkus (Kennzeichnung: Li-Ion) sollten vor der Lagerung und vor der Abgabe die Pole der Batterie (Anschlüsse Plus/Minus) abgeklebt werden, um ein versehentliches Verbinden bzw. Kurzschließen der Batterie zu verhindern.
- Geräte mit fest eingebauten Batterien (z. B. Handys) müssen ebenfalls gesondert entsorgt werden. Hierfür gibt es Annahmestellen bei Recyclinghöfen und Entsorgungsfachbetrieben sowie bei den Verkäufern der Geräte. Seit Juli 2022 besteht unter bestimmten Bedingungen eine Rücknahmepflicht für Altgeräte von Verkäufern entsprechender Geräte.
Sollte es doch einmal zu einem Akkubrand kommen:
- Rufen Sie sofort die Feuerwehr (112)!
- Die Dämpfe, die von den Akkusystemen ausgehen, sind giftig! Unternehmen Sie nur Löschversuche, wenn Sie dies aus sicherem Abstand machen können. Beachten Sie ggf. die Windrichtung, öffnen Sie Fenster.
- Befördern Sie das Gerät, in dem der Akku steckt, möglichst aus der Wohnung (aus dem nächstgelegenen Fenster; z. B. an einem Kabel).
- Brände von Lithium-Ionen-Akkus verlaufen schnell sehr heftig. Eine Annäherung an das betroffene Gerät ist in der Regel ohne Eigengefährdung nicht möglich (schnelle Ausbreitung giftiger Dämpfe, Sichtbehinderung, große Hitze).
- Evakuieren Sie alle Personen aus dem Gebäude. Wenn im Gebäude mehrere Wohnungen sind, denken Sie auch an Ihre Nachbarn und evakuieren Sie auch diese. Schließen Sie die Tür zum betroffenen Raum und zur Brandwohnung. Nehmen Sie die Türschlüssel mit! Die Feuerwehr muss sich Zutritt verschaffen können.
Quellen:
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/umwelt-h aushalt/produkte/batterien-und-akkus-richtig-verwe nden-und-entsorgen-88128
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/umwelt-h aushalt/abfall/elektroschrott-diese-geraete-und-ge genstaende-gehoeren-ins-recycling-12861
https://remondis-aktuell.de/recycling/brandgefaehr lich/
https://www.heise.de/news/Lithium-Ionen-Akkus-Bran dursache-Nummer-eins-in-der-Abfallwirtschaft-11084 074.html?view=print
https://www.heise.de/hintergrund/Akkubraende-Zwisc hen-Panikmache-und-Fakten-ein-Ueberblick-9814106.h tml?view=print


